Platik: Rettet es wirklich den Planeten wenn Plastiktüten nicht mehr kostenlos sind ?


Ich hinterfrage gerne Dinge und so habe ich auch das in Deutschland (schon vor einiger Zeit) eingeführte Gesetz zur Vermeidung von Plastikabfall Plastiktüten nicht mehr (von den Geschäften) kostenlos abgeben zu dürfen hinterfragt.

Ich finde es ja Klasse, wenn man Plastik vermeidet, aber wenn ich in ein beliebiges Geschäft gehe und sehe was es da alles in Plastikbechern oder anderen Plastikverpackungen gibt: Joghurt, Milch, Öl, Wasser, Diverse Softdrinks, Schinken und Käse in Plastik eingeschweißt und auch um die Bananen oft eine Plastikverpackung u.s.w.

Da stelle ich mir dann doch die Frage, ob es wirklich die Plastiktüte ist, die den Unterschied macht.

Jedenfalls vermute ich ganz stark, dass der Widerverwendungsfaktor einen Plastiktüte um ein Vielfaches höher liegen dürfte als der einen (Plastik-)Joghurtbechers.

Warum verbietet man Plastik nicht dort, wo es m.E. völlig problemlos durch Glas ersetzt werden kann (Milch, Joghurt, Wasser, Softdrinks u.s.w.) ?

Eine Plastiktüte durch eine Tasche aus Glas zu ersetzen dürfte hingegen ziemlich unpraktisch sein …

… Wie ist eure Meinung ?


Comments 12


Kenn mich da nicht so aus, mein Gedanke ist: eine Tüte, Becher was auch immer dann im gelben Sack landet wird wohl weniger Schaden anrichten als ein T-Shirt aus Polyester etc. Beim Waschen flutscht das Zeugs direkt in den Abfluss... Wenn ich allerdings schaue, welche Berge von gelben Säcken am Abholtag neben den Straßen liegen, da treibt´s einem schon die Augen raus.

Wie auch immer, schön jedenfalls wieder mal von dir zu hören!

25.07.2019 00:22
2

Danke für Deine Meinung.
M.E. ist die Frage , so interpretiere ich auch Deinen Post, wo das Zeug landet und nicht so sehr was es ist.
Mein Kenntnisstand ist, dass von 200 Millionen Tonnen ca. 7 Millionen Tonnen im Meer landen.
M.E. sollte man sich daher vor Allem Gedanken darüber machen wie man diese 7 Millionen Tonnen reduzieren kann bevor man an die 193 Millionen Tonnen geht, die nicht im Meer landen.

25.07.2019 09:15
1

Wo ein Teil der "193 Millionen Tonnen" landet, beschrieb ich beispielsweise hier, hier und hier.

26.07.2019 03:04
3

Das ist aber nur ein Zwischen- und kein Endlager für den Müll.
Ich gehe mal davon aus, dass der Haus- bzw. Grundstücksbesitzer bzw. die Stadtreinigung den Müll aufgenommen und ordnungsgemäß entsorgt haben - insofern ist am Ende doch alles gut oder ?

Wobei ich mir jetzt nicht verkneifen kann zu fragen, ob Du lieber eine Plastikflache in Deinem Garten vorfindest oder die Splitter einer zerbrochenen Glasflasche (ganz davon abgesehen, dass es zumeist deutlich unangenehmer ist in Glasscherben als in Kunstoffreste zu treten)

26.07.2019 15:14
1

... insofern ist am Ende doch alles gut oder ?

Nö, ist es nicht. Straßen, Hecken, Waldwege, Spielplätze, ... werden immer vermüllter. Was Hundekot betrifft, hat das Ordnungsamt völlig resigniert.

Wobei ich mir jetzt nicht verkneifen kann zu fragen, ob Du lieber eine Plastikflache in Deinem Garten vorfindest oder die Splitter einer zerbrochenen Glasflasche ...

Wie wäre es denn damit, nichts davon vorzufinden?

26.07.2019 15:38
2

... und bei Weitem nicht der gesamte Plastikmüll landet in gelben Säcken ...

26.07.2019 02:58
3

Da stelle ich mir dann doch die Frage, ob es wirklich die Plastiktüte ist, die den Unterschied macht.

Was verstehst du unter "Unterschied"? Jeder vermiedene Müll ist guter Müll (besonders wenn es sich um Plastik handelt).

Oder anders: Warum sollte man eine positive Maßnahme nicht durchführen, nur weil einige andere positive Maßnahmen ebenfalls noch nicht durchgeführt worden sind?
Würde man stattdessen mit den Plastikbechern beginnen, riefe der @udow sicherlich "Das bringt doch gar nix, bei sooo vielen kostenlos überall verteilten Plastiktüten!" :)

26.07.2019 02:56
3

Das ist das Problem, wenn man nur eine kurze Textzeile herausgreift und diese zitiert. Dies ist oft (ob gewollt oder ungewollt) sinnverzerrend.

Ich habe (das hast Du aber nicht zitiert) ja genau geschrieben warum man mit den Plastikbechern und nicht den Plastiktüten anfangen sollte. Weil es nämlich gar kein Problem ist einen Plastikjoghurtbecher durch ein Joghurtglas zu ersetzen.
Ich würde Dich aber mal gerne sehen wie Du mit einer Tragetasche aus Glas Deine Einkäufe abtransportierst.

26.07.2019 15:07
1

Ich denke, da ist nichts sinnverzerrend. Es geht mir darum, zu sagen, dass unser 'großes Müllproblem' aus vielen kleinen besteht. Die Lösung jedes dieser kleinen Probleme trägt dazu bei, der Lösung des großen Problems näher zu kommen. Da gibt es kein Entweder-oder.

26.07.2019 15:46
2

Da gebe ich Dir Recht.
Trotzdem ist es so, dass es Dinge gibt, die einfacher und Dinge die schwieriger zu ändern sind.

Wenn ich an meine Kindertage zurückdenke, dann war dort die Plastiktüte bereits präsent, aber Getränke in Plastikflaschen gab es (fast) nicht.

Wenn man feststellt, dass es heute zu viel Plastikmüll gibt warum nicht gerade dort anfangen wo erst in letzter Zeit Plastik andere (zumeist umweltfreundlichere) Formen der Verpackung ersetzt hat.

Heute werden ja schon Eier geschält, dann wieder mit einer Plastikverpackung versehen und verkauft - warum nicht so etwas verbieten ?

26.07.2019 20:58
2

Klar, da bin ich bei dir.

26.07.2019 22:13
1