#SchlackenJahr


Früher gab es hier in Flense und Umgebung Unmengen an Ziegeleien.


Schleswig Holstein teilt sich in nord-süd Richtung in drei benannte Landschaften.
Im Osten liegt das östliche Hügelland, Schutt bis zu Riesenklötzen hatte die Eiszeit damals bis hierher geschoben.
Was das Schmelzwasser mit sich tragen konnte an kleineren Sachen, meist Sand, landete in der Geest.
Und im Westen schaufelten die Gezeiten der Nordsee langsam aber sicher das Marschland auf.
In vielen kleinen Seen sammelten sich die kleinsten Partikel und wurden zu vielen vielen Tonvorkommen, besonders hier in der Gegend.




Fast dreihundert Jahre lang wurden diese Vorkommen ausgebeutet und zu Ziegeln verarbeitet.
Die Kalk und Eisenreichen oberen Tonschichten ergaben widerstandsfähige rote Ziegel
und die unteren Schichten wurden zu gelben Ziegeln verarbeitet.
Damit die Schiffe, die nach der grossen Walfangzeit in die Karibik fuhren um für den Rum Zuckerrohr zu holen nicht zu leicht waren, wurden so abertonnen dieser Ziegel dorthin gebracht.


Doch die Ziegelei war nicht ohne Nebenprodukte machbar.
Gegenüber, bei Egernsund, wo sich auch das berühmte Ziegeleimuseum und die letzten noch verbliebenen heimischen Ziegeleien befinden, kann man am Strand die Fehlsteine finden.
Lustig verformte Ziegel und Bruchstücke.
Die Reste wurden also, da die Ziegeleien sich am Wasser befanden, wegen der Schiffsanbindungen, dort auch gleich entsorgt ( Küstenschutz auf billig ).



Bei uns in Ostseebad wurden anscheinend viele Tonnen an Schlacke an die Küste geschüttet.
Eisen und Nebenprodukte der Hitzeerzeugung.
Die letzten Jahre nagten mit einigen Stürmen am Strand, sodass inzwischen anscheinend auch die alten Aufschüttungen näher unter die Oberfläche gelangten.
Das letzte halbe Jahr habe ich also viele viele solche Schlackestücke finden können, die meist recht leicht sind und so im Wellengang zwischen Hoch- und Niedrigwasserperioden ( der Wind macht die Gezeiten ) den Weg zum Ufer finden.


Schlackendinger sind eigentlich gut geeignet, wegen ihrer absoluten Unregelmässigkeit können sie in Kleinstatuen die Plätze als Unterstein, Kopfstein oder auch als "Körperstein" einnehmen. In die Löcher lassen sich wiederum Teile platzieren. Sie sind also ein guter Rohstoff für die Kunst.



An diesen beiden Fundstücken kann man den Zusammenhang zwischen der Ziegelherstellung und den Fundstücken explizit nachweisen. Es sind die Schlacke und der Ziegel miteinander verbacken.


Ich weiss allerdings nicht, ob diese Reste von damals irgendwie vielleicht mit Schadstoffen oder Metallgiften belastet waren und ob nicht eventuell diese schon längst ins Fjordwasser ausgelöst sind.

u.


Comments 1


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29.07.2019 15:02
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