Ägypten kann es noch immer.


Isabella Klais / Aufbruch - Wir für Deutschland!

Ägypten beherrscht noch immer den ganz großen Auftritt, die grandiose Inszenierung und die Herstellung historischer Kontinuität.

Nachdem in der Nähe von Kairo bei den Pyramiden das neue Museum für Altertümer bezugsfertig zu sein scheint, traten die Bewohner des legendären Ägyptischen Museums, am zentralen Tahrir Platz in Kairo gelegen, ihre jetzt hoffentlich allerletzte Reise an. Letzte Reisen hatten sie schon einige hinter sich gebracht; aber bei Pharaonen ist bekanntlich alles etwas anders.

Nun also wurden sie mit gebührendem Aufwand und hollywoodeskem Pomp zu ihrem neuen Domizil geleitet.
Äußerst anerkennenswert sind die technischen Vorkehrungen und die Sicherheitsmaßnahmen zur Gewährleistung einer unbeschadeten Ankunft. In Ägypten weiß man inzwischen wieder, was man seinen Melkkühen schuldig ist, nachdem der Einbruch in das alte Haus während des „arabischen Frühlings“ ein hoffentlich einmaliges Sakrileg der besonderen Schande darstellte.

Ägyptens Ahnen haben hervorragend für das Land vorgesorgt mit ihrem reichen Erbe, das sie hinterließen. Dieses wirkt bis heute als Magnet für den Tourismus, die Haupteinnahmequelle Ägyptens.
Die Legende historischer Kontinuität wird geschickt verbreitet und eingesetzt - nicht nur ökonomisch, sondern auch zur Pflege des Selbstbewußtseins aller Ägypter. Darauf gründet nicht zuletzt der Anspruch Ägyptens als Führungsmacht auf dem afrikanischen Kontinent - eine Lesart, die die übrigen Afrikaner so nicht teilen, zumal Ägypten selbst sich nicht als afrikanisch empfindet, sondern seine Sonderrolle als „Pharaonenstaat“ mit uralter Kultur und Geschichte sorgsam pflegt.
Dabei berufen sich tatsächlich nur die Kopten zu Recht auf diese historische Kontinuität, denn nur die ägyptischen Christen können für sich die Nachfolge der Pharaonen in direkter Linie reklamieren. Die moslemischen Ägypter, heute die erdrückende Mehrheit, stammen von fremden Invasoren ab, die das Land überfielen, okkupierten, der pharaonischen Kultur den letzten Dolchstoß versetzten und nie wieder an deren Hochleistungen anknüpfen konnten.

Über das neue Haus an den Pyramiden war mindestens so lange diskutiert worden, wie der Berliner Flughafen an Bauzeit benötigte. Dann aber gelang die Fertigstellung doch in einer Zeit, die man deutscher Bauleistung heute nicht unbedingt mehr zutrauen würde.
Der Umzug ruft durchaus Wehmut hervor. Das Haus am Tahir Platz atmete den Hauch der Geschichte und verbreitete den Geist Howard Carters. Es bot sich zum Teil in schandmäßiger Vernachlässigung dar, war aber von einem ihm eigenen Charakter und unvergleichlicher Magie erfüllt. Das neue Domizil wird sicher den Anforderungen an Kuration und Präsentation besser Rechnung tragen, aber auch sehr viel Sterilität ausstrahlen. Es bleibt zu hoffen, daß der Umzug der Hauptexponate vor die Stadt einigen vergessenen Schätzen aus den überquellenden Depots das Auftauchen ans Licht ermöglichen wird.

Unter den Umzüglern befand sich auch Pharao Seti II, der mit seinen markant ausgeprägten Wangenknochen und seiner hübschen kleinen Nase zu den besonderen Schönheiten noch im Tode gehört und damit alle seine Vorgänger und Nachfolger überragt. Wer noch als Mumie so schön ist, durfte als würdiger Namensgeber meines Katers, des Maskottchens unserer Bewegung „Aufbruch - Wir für Deutschland!“, fungieren.

Wir wünschen Seti II und allen anderen Schönheiten und Kostbarkeiten der Sammlung einen guten Einzug in die neue Residenz. Mögen sie dort optimal aufgehoben sein - für immer und ewig als Zeugen einer großen Vergangenheit.

https://www.dw.com/de/feierliche-prozession-f%C3%BCr-22-pharaonenmumien/a-57095302

main-image.jpg


Comments 2


!invest_vote

07.04.2021 14:17
0

@meins0815 denkt du hast ein Vote durch @investinthefutur verdient!
@meins0815 thinks you have earned a vote of @investinthefutur !

07.04.2021 14:20
0